Wer die Daten nicht kennt, kann die Wärmewende nicht steuern

22.06.2026 - EnergieWerkStadt® eG veröffentlicht Fachartikel und Positionspapier zur Digitalen Souveränität als Voraussetzung für resiliente Transformation.
Die kommunale Wärmeplanung ist längst auch ein Datenprojekt. Die EnergieWerkStadt® eG macht darauf aufmerksam, dass Kommunen ohne digitale Souveränität – ohne Kontrolle über ihre eigenen Daten, Modelle und Systeme – langfristig weder die Energiewende gestalten noch ihre Entscheidungsfreiheit bewahren können.
Mit dem Wärmeplanungsgesetz (WPG) sind Kommunen und Landkreise in Deutschland verpflichtet, kommunale Wärmepläne zu erstellen. Das erfordert belastbare Daten zu Gebäuden, Energieverbräuchen, Wärmenetzen und erneuerbaren Potenzialen. Doch in der Praxis liegt ein erhebliches Risiko verborgen: Werden diese Daten und Modelle nicht konsequent im Eigentum der Auftraggeber gesichert, droht eine neue Form der Abhängigkeit – nicht von fossilen Importen, sondern von digitalen Plattformen und IT-Dienstleistern.
„Digitale Abhängigkeiten entstehen still, warnt die EnergieWerkStadt® eG in ihrem neuen Positionspapier. „Oft werden sie erst dann sichtbar, wenn ein Dienstleister gewechselt, eine Strategie fortgeschrieben oder eine neue Entscheidung getroffen werden soll – und die eigenen Daten plötzlich nicht mehr zugänglich sind.“
Das Papier definiert digitale Souveränität entlang vier konkreter Dimensionen: Dateneigentum, offene Standards, Transparenz von Methoden und der Aufbau von Kompetenz vor Ort. Gleichzeitig benennt es fünf Fragen, die Kommunen, Stadtwerke und Wohnungsunternehmen vor jedem Digitalisierungsprojekt stellen sollten – von der Klärung des Dateneigentums bis zur Sicherung langfristiger Fortschreibungsfähigkeit.
Ausdrücklich richtet sich das Plädoyer auch an kleinere Kommunen und ländliche Räume: Digitale Souveränität erfordere weder eigene Rechenzentren noch kommunale Softwareentwicklung. Externe Partner und spezialisierte Werkzeuge seien kein Widerspruch – kritisch werde es erst dann, wenn Daten und Wissen die Organisation dauerhaft verließen.
„Wer die Transformation von Energieversorgung, Gebäuden und Infrastruktur langfristig gestalten will, muss auch die digitalen Grundlagen dafür in der eigenen Hand behalten. Digitale Souveränität ist keine IT-Frage – sie ist eine Frage der kommunalen Handlungsfähigkeit.“ Dr. Kersten Roselt, Vorstand der EnergieWerkStadt® eG.
Jörg Flügge & Kersten Roselt, EnergieWerkStadt® eG
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